Jahreslosung 2017

„Gott spricht:
Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben.“
Ez 36,26

Baptistenkirche Rendsburg

Liebe Leser,

als vor ca. 1500 Jahren die ersten christlichen Missionare nach Irland kamen, da entstand unter den Einheimischen ein seltsamer Brauch. Wenn die Männer eines Dorfes zur Taufe gingen, dann pflegten sie beim Taufakt den rechten Arm hochzuhalten. Er sollte nicht vom Taufwasser berührt werden, denn er führte im Kampf das Schwert. Er sollte von den Geboten Jesu ausgenommen sein.
Bei unseren Taufen werden die Täuflinge ganz ins Wasser hineingetaucht, wie es auch schon in der frühen Kirche die Praxis war.
Der „Leib der Sünde“, wie es im Römerbrief 6,6 heißt, wird hier in den Tod gegeben. „…sodass wir hinfort der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde“ (Röm.6,6-7). Nichts vom Körper des Täuflings soll davon ausgenommen sein. Der Körper ist hier ein Symbol für die menschlichen Lebensbereiche. Kein Bereich soll vor der Taufe davonkommen. Alles muss unter das Wasser, damit alles neu wird. Kein „Schwertarm“, keine alten sündigen Gewohnheiten, keine destruktiven Lüste sollen im Leben des Täuflings am Leben bleiben. Das neue Leben soll ihn voll und ganz ergreifen. Der Getaufte soll „in einem neuen Leben wandeln“ (Röm.6,4). Er soll freigesetzt neu anfangen können.

Wir Getauften müssen uns alle immer wieder neu vergegenwärtigen, in welchem Stand wir stehen. Dazu heißt es im Römerbrief 6,12: „So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam. Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit. Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch…“!
Das ist die Realität, in der wir Getauften leben. Nicht die Sünde ist unser Herr, sondern wir haben in Jesus Christus die Macht, vollmächtig „NEIN“ zur Sünde zu sagen. Lasst uns das üben. Denn damit üben wir, Jesus nachzufolgen. Herzlichst, Pastor Ralf Schneckener

Gemeindebrief April 2017

Liebe Leser,
diesen Monat feiern wir wieder das Osterfest. Für viele Menschen in unserer postchristlichen Gesellschaft wird es dabei immer schwerer, das christliche Osterfest zu verstehen. Und noch weniger gelingt es vielen, das österliche Kreuzesgeschehen mit dem eigenen Leben in Verbindung zu bringen. Dazu soll folgende kleine Geschichte helfen. Der evangelische Pastor und Evangelist Wilhelm Busch hat mal folgende Geschichte erzählt: „Ich habe neulich einen erschütternden Bericht aus dem Zweiten Weltkrieg gelesen. Da wurde berichtet, wie in den Kessel von Stalingrad, der schon ganz von der russischen Armee eingeschlossen war, das letzte deutsche Flugzeug einflog. Dieses Flugzeug wurde mit Verwundeten voll gepackt. Und dann kamen noch mehr Soldaten – halbverwundete, leichtverwundete, halberfrorene. Sie wollten alle mit. Aber das Flugzeug war voll. Und so hängten sie sich draußen an das Flugzeug. Außen an die Türgriffe, an Streben, ans Fahrgestell. Und dann ging die Maschine hoch. Als sie landete, war keiner mehr da von denen, die sich außen drangehängt hatten. Sie waren alle vom Sturm weggeweht worden, ihre Hände waren erfroren. Nur die, die drin waren, die waren gerettet! Da habe ich denken müssen: Das Evangelium vom Sohne Gottes, Jesus, der für uns starb und auferstanden ist, ist wie solch ein rettendes Flugzeug. Damit kann man rausfliegen aus dem Kessel der Verlorenheit. Es hat sogar innen Platz genug. Aber es gibt so viele Menschen, die sind nicht richtig drin!“ Die sind nur dabei und schauen sich das Christentum von außen an. So erleben diese Menschen aber nicht die rettende Kraft des Kreuzes. Die Kraft des Kreuzes Jesu ist im Johannesevangelium, Kapitel 3,16 zusammengefasst. Dort heißt es: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“. Mit anderen Worten: Die Menschen, die sich mit ihrem ganzen Leben glaubensvoll in die Hände Jesu legen, die sich von ihm ganz umschließen lassen, die rettet er aus der Verlorenheit dieser kalten Welt. Die trägt er hinein in das Reich Gottes. Das ist der Kern der Osterbotschaft – Jesus starb am Kreuz für unsere Sünden und schenkt uns so das ewige Leben.
Ein frohes und gesegnetes Osterfest wünscht Pastor Ralf Schneckener!