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„Suche Frieden und jage ihm nach!“
Jahreslosung 2019

Liebe Leser,

vor etwa hundertfünfzig Jahren lebte in Amerika ein weißer Plantagenbesitzer allein mit seinen schwarzen Arbeitern. Jeden Morgen traf er sich mit ihnen vor dem Haus, um die Arbeit auf der großen Baumwollplantage einzuteilen. Eines Morgens nun kam er nicht. Die Arbeiter waren ratlos. Sie fragten sich: „Was ist bloß mit unserem Boss?“ Schließlich gingen sie ins Haus und fanden ihn tot auf dem Bett liegen. Sie mussten ihn begraben, standen aber vor einem Problem. In ihrer afrikanischen Kultur war es Sitte, den Toten einen Götzen auf das Grab zu stellen. Wo war denn nur der Gott des weißen Mannes? Wer war der Gott des weißen Mannes?

Sie setzten sich zusammen und hielten, wie üblich, ein langes Schauri, eine Beratung ab. Schließlich kamen sie auf die Idee, ihm eine Whiskyflasche auf das Grab zu stellen. Die hatten sie immer wieder bei ihm gesehen. Sie musste wohl sein Gott gewesen sein.

Mal direkt gefragt: Was würden die Afrikaner wohl Dir und mir auf unser Grab stellen?
Was gehört von außen betrachtet untrennbar zu unserem Leben dazu?
Womit verbinden uns die Menschen, die uns kennen am meisten?
Darüber sollten wir einmal nachdenken.

Jesus Christus sagt in Lukas 12,34: „Denn wo euer Schatz ist,
da wird auch euer Herz sein.“

Was ist denn der Schatz Deines Lebens?
Worauf schaut Dein Herz am liebsten, am meisten?
Geht Dein innerer Blick oft himmelwärts zu Jesus hin?
Hast Du bei IHM einen Schatz im Himmel, im Reich Gottes?
Dazu wünsche ich Dir Weisheit, dass Du mehr und mehr unvergängliche Schätze
in Deinem Leben anhäufs.

Herzlichst Pastor Ralf Schneckener

Baptisten taufen
Gedanken zur Taufe von Pastor Ralf Schneckener

Das Thema Taufe kommt im Leben vieler Christen oft als ein Höhepunkt ihres frühen Glaubenslebens vor. Danach betrachten viele Gläubige die Taufe als einen erledigten Punkt auf ihrem Glaubensweg. Aber eigentlich beinhaltet die Taufe eine ständige Botschaft an uns. Sie will uns jeden Tag – jede Stunde daran erinnern, dass unsere Fesseln zerschnitten sind! Der große Reformator Martin Luther hat dazu formuliert: „…es mangelt nicht am Schatz (Wort Gottes, Bibel, Theologie – das alles haben wir), aber daran mangelt es, dass man ihn festhalte (sich erinnert, sich seiner bewusst ist). Darum hat ein jeder Christ an der Taufe genug zu lernen und zu üben, denn er hat immer daran zu schaffen (zu erinnern), dass er fest glaube, was sie (die Taufe) zusagt…“ .
Mit anderen Worten: Was in Deinem Leben noch an Nöten und Anfechtungen kommen mag, die Taufe will Dich daran erinnern, dass diese Welt Dich nicht überwältigen kann. Die Taufe wirkt! Was sie bewirkt, darüber berichtet uns der Apostel Paulus vor allem im Römerbrief. Dort schreibt er in Kapitel 6: Röm 6,3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? Röm 6,4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.

Hier stellt Paulus drei Dinge fest.

  1. Wir Christen sind auf den Tod Jesu Christi getauft (Vers 3).
  2. Und durch diese Taufe auf den Tod Jesu sind wir mit Jesus begraben in seinem Tod (Vers 4a).
  1. Und genauso, wie Jesus Christus nach drei Tagen aus dem Grab wieder auferstanden ist, so erstehen auch wir in unserer Taufe zu einem neuen Leben auf (Vers 4b).

Das bedeutet im Klartext: Bei der Taufe geschieht etwas Greifbares! Paulus sagt dazu sinngemäß in Vers 4: „Wir sind mit Jesus begraben durch die Taufe in den Tod.“ Damit will er deutlich machen, dass bei der Taufe ein Teil unserer Persönlichkeit ganz real zu Tode kommt, und zwar unser „alter Mensch“.

Der „alte Mensch“ ist die biblische Bezeichnung für unsere alte, sündige Identität mit all ihren negativen Bindungen und Neigungen. Mit dem Tod dieses alten Menschen verliert die Sünde (mal als Person gedacht), ihre Kontrolle über uns. Den alten Menschen konnte sie noch mit ihren Kniffen und Tricks beherrschen. Aber der ist nun, wie Paulus in Vers 4 sagt: „mit Jesus durch die Taufe in den Tod begraben.“ Aus dem Taufwasser wieder heraus kommt ein neuer Mensch mit einer neuen Identität, mit einem neuen Leben.
Paulus schreibt dazu in V.4 unseres Textes: „Wir werden nach unserer Taufe in einem neuen Leben wandeln.“

Dieses neue Leben ist nicht mehr wie das alte an die Sünde gebunden. Das bedeutet natürlich nicht, dass getaufte Christen keine Anfechtungen mehr ertragen müssen und nicht mehr sündigen. Wir sind ja nach wie vor Menschen, die in einer von der Sünde geprägten Welt leben. Aber wir müssen als Getaufte nicht mehr zwanghaft der Sünde erliegen, wie vor der Taufe. Wir können vollmächtig „Nein“ zu ihr sagen! Das ist die neue Lebensrealität, die für uns Getaufte gilt.

Darum mein Appell an Dich: Wenn Du dich bekehrt hast, Dein Leben bewusst in die Hände Jesu gelegt hast, dann warte um Deiner selbst willen nicht zu lange mit deiner Taufe.